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Der Gedächtniskünstler

Ein Gedächtniskünstler benutzt Mnemotechniken, die es für ihn einfacher macht sich Dinge zu behalten. Es ist keine neue Erfindung, schon die alten Griechen und Römer bedienten sich dieser Technik vor etwa 2500 Jahren. Der eigentliche Erfinder  war der Dichter und Gelehrte Simonides aus Keos. Laut Cicero wurde er von Skopas zu einem Festmahl eingeladen. Simonides trug ein Loblied vor, wo es fast nur um Kastor und Pollux ging. Der geizige Skopas, teilte ihm mit, er werde nur einen Teil an ihn zahlen, da er kaum über ihn geredet hat, den Rest solle er sich von Kastor und Pollux holen. Simonides wurde die Nachricht gebracht, das zwei Männer auf ihn draußen warten, dem war aber nicht so. In dem Moment, wo er außerhalb des Gebäudes war, stürzte das Dach ein. Alle Gäste wurden auf eine schreckliche Weise  tödlich begraben und entstellt.  Es war unmöglich zu wissen welche Person wo war, um sie bestatten zu können. Dank Simonides konnten die Toten identifiziert werden, da er bei seiner Lobrede sich jede Person merkte, wo sie gesessen haben. Da hatte er doch einen guten Lohn erhalten von Kastor und Pollux, denn er war noch am Leben und konnte den Verwandten helfen ihre Angehörigen  zu finden.

Für mich als Illusionist, Zahlen Jongleur und Gedächtnis-Künstler ist es sehr beeindruckend, wie damals Simonides sich das gespeichert hat. Er benutzte, die sogenannte Loci -Methode (Loci =Ort), von ihm erfunden. Das heißt, er visualisierte die Räumlichkeit und genau die Stellen, wo die Gäste saßen. Ich und der Schweizer Zauberer Magic Dean bedienen sich auch dieser  Technik. Wenn ich mir beispielsweise viele Namen bei einer Show merken soll (an die 600 Namen), wende ich die Locimethode an. Jeder Name wird in meinem Gedächtnispalast abgelegt. So ist es für mich leichter, sie bei meiner Show nacheinander  aufrufen zu können. Dazu versuche ich eine Ähnlichkeit zu einer von mir bekannten Person festzustellen, sei es nur ein Prozent. Wichtig ist hier, dass man sich mit einer großen Auswahl an verschiedenen Gesichtern schon auseinander gesetzt und gespeichert hat. Das gilt auch für Namen.  Für viele ist es unfassbar, für mich eine Herausforderung und ein großes Glücksgefühl.

Der Kopfrechner

Bei meinen Auftritten, pflege ich gerne Kopfrechnen zu demonstrieren. Besonders das Ausrechnen von Wochentagen.  Beispiel:  Einer sagt mir seinen Geburtstag, und ich rechne innerhalb von 2 Sekunden den Wochentag.  ”3.10.1978″ war ein Dienstag. “24.6.1950″ war ein Samstag. Die Formel, die ich anwende, erkläre ich mit dem folgenden Beispiel:  ”31.12.1983″. Zuerst dividiere ich 31 mit 7. Gibt 4 samt einen Rest von 3. Die 3 behalte ich. Jeder Monat hat eine Schlüsselzahl. Januar, Februar und März ist das Quadrat von 12, also 144. Das heißt Januar ist 1, Februar 4 und März 4. April, Mai und Juni ist das Quadrat von 5, also 025. April ist dann 0. Mai 2 und Juni 5. Juli, August und September ist das Quadrat von 6, also 036. Juli ist danach 0, August 3 und September 6. Oktober, November und Dezember ist das Quadrat von 12+2, also 146. Danach hat Oktober die Schlüsselzahl  1, November 4 und Dezember 6.  Die 6 vom Dezember addiere ich zu der 3 von vorher; gibt 9. Alles über 7 werfe ich weg. Also habe ich jetzt die Zahl 2, die ich zwischenspeichere. Das Jahr dividiere ich mit 12. 83 durch 12 gibt 6 mit einem Rest von 11. Die 6 addiere ich mit der Zahl vom Zwischenspeicher also 2+6 gibt 8. Wieder werfe ich alles weg über 7, und habe dann 1. Den Rest von 11 addiere ich und komme auf 12. Wieder werfe ich 7 weg, und behalte dann die Ziffer 5. Den Rest von 11 dividiere ich durch 4. Gibt 2. Die 2 addiere mit der 5, und komme auf 7. Alles über 7 wird weggeworfen, und ich habe dann das Ergebnis: 0. Jeder Wochentag hat eine Schlüsselzahl. Sonntag ist 1, Montag 2, Dienstag 3, Mittwoch 4, Donnerstag 5, Freitag 6 und Samstag 0. Also war der “31.12.83″ ein Samstag.

Eine Besonderheit ist zu beachten, wenn die Person im Januar oder Februar geboren ist und es ein Schaltjahr war. Dann ziehe ich eins vom Gesamtergebnis ab. Ein Schaltjahr ist ein Jahr, das durch 4 ohne Rest teilbar ist.  Eine Ausnahme bilden die vollen Jahrhunderte: Sie sind nur Schaltjahre, wenn sie durch 400 teilbar sind.